Unsere Arbeitsweise und unsere Methoden
Unsere Kinder- und Jugendstation bietet niedrigschwellige bis hin
zu intensiven Hilfen und Leistungen im Rahmen der Hilfen zur Erziehung gemäß SGB VIII an. Der systemische und ressourcenorientierte Ansatz ist Grundlage aller unserer Hilfen. So richtet sich
die Gestaltung der pädagogisch-therapeutischen Arbeit weitgehend danach, Verhaltensauffälligkeiten und Entwicklungsverzögerungen bei den Kindern und Jugendlichen im Kontext von Lebensgeschichte und
Lebensumständen zu verstehen. Richtungweisend sind für uns dabei sowohl die verschiedenen Systeme, Familie, Schule, Gruppen, in denen das Kind lebt, als auch die individuellen Möglichkeiten und
Ressourcen, die jedes Kind, jede Familie mitbringt. Hieraus erfolgt der hohe Stellenwert, den wir der Arbeit mit den Eltern und Familien beimessen. Ebenso veranlassen uns neue Ergebnisse aus der
Forschung, unsere Angebote kontinuierlich zu überprüfen und neue pädagogische und therapeutische Methoden und Instrumente in die Arbeit einzubringen.
Unsere Dienste arbeiten auf der Grundlage eines systemischen, ressourcenorientierten Arbeitsansatzes. Wir verstehen Familien als „soziale Systeme“, deren Mitglieder (Vater, Mutter, Kinder, etc.) und
Subsysteme (Eltern, Kinder, Geschwister, Ehepartner) in Beziehung stehen und eine Funktion wahrnehmen, die sich in den sozialen Rollen der Familie ausdrückt. Jedes Familiensystem verfolgt Zwecke und
Ziele und versucht seine Stabilität entsprechend im Gleichgewicht zu halten.
Auf dem Hintergrund dieses theoretischen Modells arbeiten wir mit den, in der Familie vorfindbaren, Systemen, Funktionen, Rollen und Beziehungen:
- Wir nehmen die Familie als Gesamtsystem und ihre Subsysteme in den Blick und ermitteln die Kompetenzen und Ressourcen der einzelnen Systemmitglieder.
- Wir klären die Zwecke und Funktionen in der Familie und erarbeiten gemeinsame Strategien, um die damit verbundenen Probleme und Konflikte zu lösen.
- Wir reflektieren die Rollen, die die Familienmitglieder einnehmen und modifizieren diese im Sinne der, im Hilfeplan formulierten, Zielsetzungen.
- Wir nutzen die Ressourcen, Stärken und Kompetenzen der Familienmitglieder zur Lösung der, mit dem Hilfebedarf verbundenen, Problemstellungen.
- Wir vereinbaren gemeinsam mit allen Beteiligten Ziele und versuchen diese ganzheitlich zu erreichen.
- Als Helferinnen und Helfer ergreifen wir in der Regel keine Partei für einzelne Mitglieder des Familiensystems (Allparteilichkeit).
- Wir gestalten unsere Hilfe subsidiär, im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe.
- Wir achten auf eine empathische, wertschätzende, auf Beteiligung und Autonomie ausgerichtete Beziehungsarbeit.
- Wir nutzen die spezifischen Kompetenzen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin verfügt über systemische Grundkompetenz, die durch individuelle spezifische Zusatzqualifikationen ergänzt werden.
- Die Mitarbeiter/innen arbeiten interdisziplinär im Team und im Netzwerk unserer Dienste und Verbände zusammen. Dabei nutzen wir die Ressourcen unserer Verbände.
Ressourcen nutzen, Kompetenz fördern
In der Umsetzung des Prinzips der Hilfe zur Selbsthilfe setzen wir bei den Ressourcen und Stärken an. Wir leisten subsidiäre Hilfe, die Verantwortung bleibt bei den Familienmitgliedern und den Jugendlichen. Wir unterstützen Eltern in der Wahrnehmung ihrer elterlichen Verantwortung, dort, wo sie ihre eigenen Möglichkeiten nicht erkennen und/oder über zu wenige Ressourcen verfügen. Wir stärken Kinder und Jugendliche in ihren Kompetenzen zunehmend selbstverantwortlich ihr Leben zu gestalten. Von zentraler Bedeutung für uns ist, dass wir gemeinsam mit den Beteiligten die Schlüsselprobleme wahrnehmen, diese formulieren und sie dann mit den familiären Ressourcen und Lösungsmöglichkeiten bewältigen.
Über Zusammenarbeit Synergien schaffen
Bei der Ausgestaltung von Hilfen arbeiten wir mit dem Jugendamt und, in Absprache mit der Familie und dem Jugendlichen, mit anderen, am Hilfeprozess beteiligten, Institutionen zusammen. Dazu gehören z.B. Tageseinrichtungen für Kinder, Schulen, Kliniken etc. Wir nutzen das institutionelle Netzwerk und schaffen so ein nachhaltiges, tragfähiges Umfeld.
Qualität und Standards
Die Qualität unserer Hilfen besteht aus einem komplexen Gefüge personaler, fachlicher, konzeptioneller und institutioneller Faktoren. Sie hängt ab von den vereinbarten Rahmenbedingungen, den festgelegten Standards unserer Arbeit und der gelingenden Zusammenarbeit aller, am Hilfeprozess beteiligten, Personen und Institutionen. Über die Qualität unserer Arbeit schaffen wir Vertrauen in unsere Dienste und in unsere Fähigkeit, die rechtlichen Anforderungen und die vereinbarten Erziehungs- und Hilfeaufträge qualitativ hochwertig umzusetzen. Wir möchten unsere Hilfen auf hohem fachlichem Niveau erbringen. Unsere Arbeit ist durch theoriegeleitetes und praxisorientiertes Handeln unserer Fachkräfte gekennzeichnet. Der Beratungs- und Hilfebedarf und die damit verbundenen Leistungen sind mit den Familien, ihren Kindern und Jugendlichen und den sonstigen Beteiligten abgestimmt und vereinbart. Auf dieser Basis werden unsere Leistungen zielgerichtet, planvoll und strukturiert erbracht.
Fachliche Qualitätsstandards unserer Dienste sind:
- Respektvolle und wertschätzende Grundhaltung gegenüber den Familien,
- vertraulicher und vertrauensbildender Bezugsrahmen unter Gewährleistung des familiären Intimbereiches,
- systemisch ausgerichtetes Grundkonzept,
- Lebensfeldorientierung,
- Integration der pädagogischen Hilfe in das Umfeld der Familie, die damit verbundene Alltagsnähe des Helfers/der Helferin,
- Integration unterschiedlicher Ansätze von Sozialpädagogik, Sozialarbeit und Psychologie im Bereich der Beratung und Begleitung,
- Standardisierte Hilfe- und Leistungsplanung,
- Anamnese nach einheitlichen Verfahren,
- Systematische Dokumentation,
- Allparteilichkeit innerhalb der Familie,
- Gewährleistung der verfassten Eltern- und Kinderrechte,
- Beteiligung der Familie.
Institutionelle Qualitätsstandards in der SPFH, EB und Hilfen für junge Volljährige sind u. a.:
- zielorientiertes Arbeits- und Handlungssystem der Hilfeplanung, Hilfegestaltung, Reflexion und Dokumentation,
- Evaluation der Hilfen mit statistischer Dokumentation,
- Supervision, Fort- und Weiterbildung,
- Rückbindung der in der Regel alleine arbeitenden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in einem Team und die dortige Reflexion des Arbeitsalltages vor Ort,
- Regelkommunikation über Teambesprechungen, Konferenzen, etc.,
- angemessene sachliche und räumliche Ausstattung, Räume für Beratung und Gruppenangebote,
- übergreifende, institutionalisierte Koordination der Hilfen durch Einsatzleitungen,
- enge institutionalisierte Kooperation mit dem Jugendamt.
Aktuelles
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